Eine Flotte von vier Auslieferungsfahrzeugen steht vor dem Eingang der Olympia-Apotheke.Eine Flotte von vier Auslieferungsfahrzeugen steht vor dem Eingang der Olympia-Apotheke.

20.01.2022

Jetzt aber flott: Lieferung für die Gesundheit

Apotheken sind die neuen Lieferhelden. Medikamente bringen sie meist mit eigener Botenflotte und schneller als jeder Onlinehandel zum Kunden. So wie die Olympia-Apotheke in Durmersheim. Was sie dafür braucht: eine gute Logistik und die richtigen Versicherungen

Lieferheld: Geschäftsführer der Olympia-Apotheke,
Heiter-Julian Schlenker, hat ein E-Auto in seiner Flotte

Mit Krankheiten kennt sich Heiter-Julian Schlenker aus. Als Geschäftsführer einer Apotheke muss er schließlich stets das richtige Medikament parat haben. Doch wenn es bei den Autos seiner Lieferflotte mal wieder piept, klemmt oder sie ganz schlapp machen, hilft nur die beste Medizin: Humor.

Durmersheim bei Karlsruhe, goldblättrige Ahornbäume beschatten den Raiffeisenplatz an einem sonnigen Oktobertag. Seit bald 50 Jahren Adresse der Olympia-Apotheke. Dass hier die Medikamente nicht nur über den Ladentisch gehen, sondern jedem Kunden auf Wunsch auch nach Hause geliefert werden, erkennt, wer genauer hinsieht: Vor dem schlichten, lang gestreckten Gebäude parken drei weiße Kleinwagen, beklebt mit dem Logo der Apotheke und deren Grundsatz: »Sie shoppen – ich liefere«.

»Neben dem Buchhandel haben wir die schnellste Logistik Deutschlands«

Heiter-Julian Schlenker, Geschäftsführer der Olympia-Apotheke

»Wenn jemand krank ist, soll er oder sie nicht auch noch Umstände haben«, sagt Heiter-Julian Schlenker, kurzes braunes Haar, Brille, weiche Stimme, während er den elektrischen VW e-up! per Kabel mit der Ladesäule neben der Eingangstür verbindet. Für den 49-Jährigen, der seit 2008 gemeinsam mit seiner Frau Karin die Apotheke führt, gehört das Liefern zum Leistungsgedanken.

Egal ob die einfache Kopfschmerztablette oder das überlebenswichtige Krebs-Medikament: Wer im Umkreis von zehn Kilometern rund um Durmersheim wohnt und bei der Olympia-Apotheke bestellt, bekommt seine Medizin innerhalb von drei Stunden vor die Haustür gebracht. Kostenlos.

Dahinter steckt eine logistische Meisterleistung. Im Keller der Apotheke lagern auf engstem Raum an die 12.000 Medikamente. »98 Prozent aller Tropfen und Tabletten haben wir auf Lager«, sagt Heiter-Julian Schlenker, während er die Treppe hinuntersteigt. In einem Raum mit Neonlicht und niedriger Decke arbeitet sein schweigsamster Angestellter: Ein hochmoderner Roboter greift hier mit seinem Metallarm in die bis auf den letzten Zentimeter gefüllten Regale und findet jedes Mittelchen per Knopfdruck. Der eiserne Lagerist hat 150.000 Euro gekostet, aber Geschwindigkeit hat eben ihren Preis: »Neben dem Buchhandel haben wir die schnellste Logistik Deutschlands«, sagt Schlenker. Bei einigen Artikeln freut er sich nicht nur für seine Kunden, wenn sie möglichst rasch sein Haus wieder verlassen: »Es gibt Herzmittel oder Hormone, die haben den Wert eines Klein- oder Mittelklassewagens.«

Ohne Menschen wie Gerd Schubert würde das Liefergeschäft aber nicht laufen. Seit drei Jahren ist der 62-Jährige, der früher 40-Tonner fuhr, bei der Olympia-Apotheke als Fahrer angestellt. Schubert, klein, kräftig, lichtes graues Haar, ist ein bayerischer Gemütsmensch, der schon viele Jahre im Badischen lebt. Er packt die Bestellungen in den weißen Papiertüten in den Kofferraum des Wagens und löst das Ladekabel.

Lagerist: Ein Roboter findet per Knopfdruck das richtige aus etwa 12.000 Medikamenten im Lager der Apotheke
Von Tür zu Tür: Ohne Menschen wie Gerd Schubert würde die schnelle Auslieferung dennoch nicht klappen

Zu viele Worte verliert Schubert ungern, er ist ein Mann der Taten: »Meine Schicht dauert etwa sieben Stunden, in der Zeit fahre ich 30 bis 60 Kunden an«, erklärt er, steuert seinen Wagen routiniert durch die Straßen mit den bunten Häuserreihen der 12.000-Einwohner-Stadt und parkt schließlich vor einem beigefarbenen Einfamilienhaus. Er klingelt und händigt seine Ware aus. Was er ausliefert, weiß er nicht. Datenschutz. An manchen Türen bleibt er ein paar Minuten. »Es gibt schon Leute, die froh sind, wenn sie jemanden zum Reden haben«, brummt er mitfühlend.

Zum Kaffee lässt er sich allerdings nicht einladen. So viel Zeit bleibt nicht, denn manche Medikamente werden dringend benötigt. Daher fährt Schubert manchmal auch schneller, als es die Polizei erlaubt, wie er mit einem schiefen Lächeln gesteht: »Leider gibt’s auch für uns Strafzettel, denn wir müssen uns wie alle anderen an die Straßenverkehrsordnung halten.« Dass sein Flitzer ein E-Auto ist, gefällt ihm. Als seine Schicht endet, steckt er den Wagen an der Ladesäule vor der Apotheke an, drei Stunden später ist das Elektrofahrzeug wieder mit Strom vollgetankt.

Elektrisch unterwegs: Mit einem der weißen Autos liefert Gerd Schubert Medikamente bis zur Haustür
Voll getankt: Die Batterien der E-Autos sind innerhalb von drei Stunden vollständig aufgeladen

SCHUTZ FÜR DEN FUHRPARK

Die Allianz Flottenversicherung bietet schon ab drei Fahrzeugen attraktive Versicherungsangebote. Grundlage der Flottenversicherung ist die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung für Firmenfahrzeuge, die sich um eine gewerbliche Teil- und Vollkaskoversicherung sowie Zusatzbausteine erweitern lässt. Diese empfehlen sich vor allem bei Elektroflotten, da gerade Schäden am Akku durch Unfälle oder Bedienfehler schnell teuer werden können. Die Teilkaskoversicherung greift unter anderem bei Kurzschluss oder Brand beim Ladevorgang, Tierbissen an der Elektrik oder Diebstahl des Ladekabels. Auch Ladestationen und Wallboxen können gegen Vandalismus und Fehlbedienung im Rahmen einer Vollkaskoversicherung abgesichert werden. Und das Beste: Die Allianz gewährt auch in der Flottenversicherung 20 Prozent Nachlass auf E-Autos und 10 Prozent auf Hybridfahrzeuge.

Die Idee mit dem elektrischen Lieferauto hatte Heiter-Julian Schlenker. Jedes seiner Botenfahrzeuge legt gut 40.000 Kilometer im Kurzstreckenbetrieb zurück: »Mit dem e-up! sparen wir sechs Euro auf 100 Kilometer«, rechnet er vor. Deswegen setzt er künftig noch mehr auf Strom: Zwei elektrische Renault Twingo sind bereits bestellt. Und wenn es mal kracht? Die Botenflotte ist bislang haftpflichtversichert. Für die neuen E-Autos könnte sich Schlenker auch eine Voll- oder Teilkasko vorstellen, die ihm auch sein Vermittler empfohlen hat. Vor allem Schäden an den Akkus können sonst schnell teuer werden.

»Das Schöne an unserem Job ist, dass wir Menschen helfen, gesund zu sein und Krankheiten zu heilen«

Heiter-Julian Schlenker

Die Macken, die durch den täglichen Betrieb auf kurzen Strecken entstehen, nimmt Schlenker allerdings in Kauf: Da sind die durchgescheuerten Polster und völlig abgegriffenen Schalthebel, da sind die rechten Vorderreifen – allesamt einseitig abgefahren, weil es am Ortsausgang von Durmersheim einen Kreisverkehr gibt, den fast jeder Fahrer nehmen muss. Und da sind die Fahrzeugschlüssel, die durch den häufigen Gebrauch so abgenutzt sind, dass das Zündschloss sie nicht mehr erkennt. Folglich ist die Bordelektronik verwirrt und mitten in der Fahrt piept die Alarmanlage wie verrückt. Einmal blieb auch ein Bote an der Tankstelle liegen: Der Schlüssel passte plötzlich nicht mehr in den Tankdeckel, es ließ sich kein Sprit mehr nachfüllen. »Was wir mit den Lieferfahrzeugen alles erlebt haben, begegnet normalen Autobesitzern in ihren wildesten Albträumen nicht«, sagt Heiter-Julian Schlenker – und lacht. Die Autozipperlein nimmt er mit Humor, weil es ihm um Wichtigeres geht: »Das Schöne an unserem Job ist, dass wir Menschen helfen, gesund zu sein und Krankheiten zu heilen.«

    
Text 
    Katja Fastrich
Fotos   Sebastian Berger

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