Freiwillig gesetzlich versichert? Dann sollten Sie 2026 genauer hinschauen
Für gutverdienende Arbeitnehmer kann 2026 beim Wechsel in die PKV entscheidend sein.
Sie haben die Wahl. Dann sollten Sie auch wissen, was Sie wählen.
Gesetzlich oder privat versichert zu sein, ist keine Entscheidung darüber, wo der Monatsbeitrag heute ein paar Euro niedriger ist. Es ist eine Entscheidung darüber, wie Sie medizinisch versorgt werden möchten, wenn Sie wirklich darauf angewiesen sind.
In der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Leistungsrahmen weitgehend gesetzlich vorgegeben. In der privaten Krankenversicherung können Sie Ihren Versicherungsschutz dagegen wesentlich stärker nach Ihren eigenen Ansprüchen gestalten. Gerade deshalb sollte die Frage nicht lauten: Was ist am billigsten? Sondern: Welche Versorgung möchte ich haben, wenn meine Gesundheit ernsthaft auf dem Spiel steht?
Ab 2027 steigen die Zugangshürden für gutverdienende Arbeitnehmer zusätzlich:
Wenn Sie schon länger mit dem Gedanken spielen, in die private Krankenversicherung zu wechseln, ist 2026 ein Jahr, in dem Sie diesen Gedanken nicht einfach wieder vertagen sollten.
Nicht blind wechseln. Aber jetzt ernsthaft prüfen, solange Sie die Wahl haben.
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Für wen kommt ein Wechsel in die private Krankenversicherung überhaupt infrage?
Vor allem für Menschen, die Wert auf eine sehr gute und individuell vereinbarte medizinische Versorgung legen und überhaupt die Wahl zwischen GKV und PKV haben.
Als Arbeitnehmer können Sie 2026 grundsätzlich in die PKV wechseln, wenn Sie nicht mehr gesetzlich versicherungspflichtig sind. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt aktuell bei 77.400 Euro beziehungsweise 6.450 Euro monatlich. Wer bereits freiwillig gesetzlich versichert ist, kann grundsätzlich in die private Krankenversicherung wechseln.
Entscheidend ist dann nicht nur der Beitrag. Entscheidend ist, welche Leistungen Sie für Ihre Gesundheit dauerhaft absichern möchten.
Weil sich 2027 einiges ändert.
Mit der beschlossenen GKV-Reform steigen unter anderem Zuzahlungen, der Festzuschuss beim Zahnersatz wird reduziert und einzelne Leistungen werden eingeschränkt oder gestrichen. Gleichzeitig wird für Gutverdiener die Beitragsbemessungsgrenze zusätzlich angehoben. Und auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze für den Zugang zur PKV steigt 2027 einmalig um weitere 3.600 Euro zusätzlich zur normalen Anpassung.
Besonders interessant: Wer am 31. Dezember 2026 bereits privat krankenversichert und wegen seines Einkommens versicherungsfrei ist, wird von dieser zusätzlichen Anhebung der JAEG ausgenommen. Gerade wenn Ihr Einkommen in der Nähe der neuen Grenze liegt, kann es deshalb einen echten Unterschied machen, ob Sie den Wechsel noch 2026 umsetzen oder erst 2027 darüber nachdenken.
Sie müssen deshalb nicht hektisch in die PKV wechseln. Aber wenn Sie schon länger mit dem Gedanken spielen, sollten Sie es jetzt prüfen und nicht wieder ein Jahr vor sich herschieben.
Nein. Aber für einen gutverdienenden Arbeitnehmer, der gesund ist und Wert auf einen leistungsstarken Krankenversicherungsschutz legt, ist sie aus meiner Sicht auf jeden Fall eine ernsthafte Alternative, die man geprüft haben sollte.
Die GKV kann beispielsweise sinnvoller sein, wenn mehrere Kinder beitragsfrei familienversichert werden können und dieser finanzielle Vorteil die Leistungsunterschiede zur PKV für die Familie überwiegt.
Deshalb geht es bei mir nicht darum, jemanden um jeden Preis privat zu versichern. Wir schauen zuerst, welche Versorgung Sie möchten, was Ihre Lebensplanung ist und welche Bedingungen die PKV tatsächlich bietet.
Bevor wir über einen Wechsel entscheiden, machen wir eine Gesundheitsprüfung. Und die nehmen wir ernst.
Dabei wird geprüft, welche Erkrankungen, Behandlungen oder Beschwerden in den abgefragten Zeiträumen bestanden haben. Je nach Ergebnis kann die Aufnahme ganz normal möglich sein, es kann einen Risikozuschlag oder einen Leistungsausschluss geben – und bei schwerwiegenden Vorerkrankungen kann ein Antrag auch abgelehnt werden.
Deshalb versprechen wir vorher nichts. Wir prüfen die gesundheitliche Situation sauber und schauen anschließend, ob die PKV möglich ist und ob Beitrag und Leistung dann immer noch sinnvoll zusammenpassen.
Bitte erst prüfen.
Eine Krankenversicherung trifft man nicht zwischen Tür und Angel. Dafür ist die Entscheidung viel zu wichtig. Wir prüfen zuerst Ihre persönliche Situation, die gewünschte Leistung und die gesundheitlichen Voraussetzungen. Danach können Sie in Ruhe entscheiden.
Ganz ohne Zeitfaktor ist es 2026 allerdings nicht: Bei freiwillig gesetzlich Versicherten kann die GKV-Mitgliedschaft grundsätzlich zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats beendet werden. Wer deshalb zum 1. Dezember 2026 privat versichert sein möchte, muss die zeitliche Planung grundsätzlich bis Ende September abgeschlossen haben.
Warum der 1. Dezember interessant sein kann: Für die besondere JAEG-Regelung 2027 muss die private Krankenversicherung bereits am 31. Dezember 2026 bestehen. Wer auch 2027 deutlich über der neuen Grenze liegt, kann selbstverständlich weiterhin wechseln.
Es ist also keine „letzte Chance“. Für manche Arbeitnehmer kann 2026 aber die deutlich günstigere Gelegenheit für den Einstieg sein.
Das hört man häufig. So pauschal stimmt es nicht.
Die PKV kalkuliert bereits von Beginn an Alterungsrückstellungen. Ein Teil des Beitrags wird also bewusst dafür zurückgelegt, die höheren Gesundheitskosten im Alter abzufedern. Auch im Ruhestand können privat Versicherte einen Zuschuss der gesetzlichen Rentenversicherung zu ihrer Krankenversicherung erhalten. Innerhalb eines Versicherers bestehen außerdem Möglichkeiten zum Tarifwechsel; für bestimmte Situationen gibt es gesetzlich geregelte Sozialtarife.
Trotzdem wäre es unseriös zu behaupten, eine PKV könne im Alter niemals teuer werden. Beiträge können steigen und sind – anders als in der GKV – nicht vom Einkommen abhängig. Genau deshalb gehört zu einer guten PKV-Beratung nicht nur die Frage: „Was kostet mich das heute?“
Viel wichtiger ist: Welchen Schutz kaufe ich, wie ist der Tarif langfristig aufgebaut und kann ich mir diesen Versicherungsschutz auch später vernünftig leisten?
Eine private Krankenversicherung sollte man nicht abschließen, weil sie heute 200 Euro günstiger ist. Man sollte sie abschließen, weil man sich bewusst für diese Form der medizinischen Versorgung entschieden hat.
Nicht blind wechseln. Aber jetzt prüfen, solange Sie die Wahl haben.
Passt die PKV langfristig zu Ihrer Lebensplanung?
Welches Leistungsniveau möchten Sie im Krankheitsfall?
Ist ein Wechsel gesundheitlich und finanziell sinnvoll möglich?
Sie denken schon länger über die PKV nach? Dann vertagen Sie die Entscheidung nicht wieder.
Lassen Sie uns zuerst prüfen, ob ein Wechsel zu Ihnen passt und ob 2026 für Sie tatsächlich relevant ist.
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