21.01.2026

Der Finanz-Check für die Lebensmitte

Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, darf sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Warum die Lebensmitte der perfekte Zeitpunkt ist, sich einen Überblick zu verschaffen und wo man anfängt.

Mit Mitte 40 ist die Rente noch etwa zwei Jahrzehnte entfernt. Mit dem Älterwerden der eigenen Eltern rückt die eigene finanzielle Vorsorge jedoch meist stärker in den Fokus. Wer die Eltern gut versorgt weiß, kann wahrscheinlich ruhiger durchatmen. Gerade deshalb ist diese Lebensphase ein guter Zeitpunkt, die eigene Vorsorge auf den Prüfstand zu stellen. Denn mit dem Einkommen wächst meist auch der eigene Anspruch. Wer diesen gestiegenen Lebensstandard für das Alter sichern möchte, sollte sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. 

Den Stand der eigenen finanziellen Vorsorge zu überprüfen, schadet in keiner Lebensphase. In der Lebensmitte haben viele jedoch schon etwas angespart, einige sogar in eine Immobilie investiert. Ein guter Zeitpunkt also, sich einen Überblick zu verschaffen. Reicht der finanzielle Spielraum im Alter? Von der gesetzlichen Rente über die betriebliche bis hin zur privaten Vorsorge: Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Auch Einkünfte aus Immobilien oder Kapitalerträgen sollten – soweit sie der Altersvorsorge dienen – berücksichtigt werden.

Ein guter Startpunkt für eine erste Orientierung ist die gesetzliche Renteninformation. Wer diese jährlich erhält, sollte das Schreiben nicht nur abheften, sondern genauer unter die Lupe nehmen. Wie viele Rentenpunkte sind erreicht? Was ist die voraussichtliche gesetzliche Rente und wie viel geht von diesem Bruttowert später weg? Wie wirkt sich beispielsweise die Inflation auf die eigene Kaufkraft im Alter aus?

Allianz Rentenkompass: Überblick über das Einkommen im Alter 

Um Menschen genau diese Berechnungen zu erleichtern, bietet Allianz Leben den Rentenkompass. Diese digitale Anwendung ist auch für Nicht-Kund:innen kostenlos und in das Kundenportal Meine Allianz integriert. Sie zeigt auf, was bereits angespart wurde und hilft, die späteren monatlichen Ausgaben vergleichbar mit den aktuellen Lebenshaltungskosten zu machen. Mehr als 1,2 Millionen Menschen haben sich mit dem Rentenkompass bereits einen Überblick über ihr Einkommen im Alter verschafft.

Dabei ist Vorsorge keine Frage der Gehaltshöhe. Wer allein auf die gesetzliche Rente setzt, wird womöglich im Alter Abstriche machen müssen – das gilt auch für Gutverdienende. Denn die gesetzliche Rente ist gedeckelt. Aktuell liegt der monatliche Höchstbetrag bei knapp 3600 Euro brutto – allerdings erreichen die wenigsten diesen Maximalsatz.

Denn die Realität sieht anders aus. Der durchschnittliche Zahlbetrag der gesetzlichen Rente lag 2024 für Frauen bei 936 Euro monatlich; Männer erhielten durchschnittlich 1427 Euro pro Monat. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ergibt sich zum Beispiel dadurch, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und mehr unbezahlte Care-Arbeit übernehmen. Deshalb zahlen sie auch weniger in die gesetzliche Rente ein. Bei der privaten und betrieblichen Vorsorge ist die Lücke ähnlich groß.

Nachfragen lohnt sich: Was bietet der Arbeitgeber?

Insbesondere wer in den ersten Berufsjahren oder während der Elternphase wenig vorgesorgt hat, sollte das jetzt nachholen. Dafür lohnt sich ein Blick auf die Angebote des Arbeitgebers. Viele Unternehmen bezuschussen nicht nur die betriebliche Vorsorge über die gesetzliche Mindestanforderungen hinaus. Einige bieten auch eine Nachzahloption für die Elternzeit an. 

In Ländern wie der Schweiz und Schweden macht die betriebliche Altersvorsorge einen wesentlichen Bestandteil des Alterseinkommens aus. In Deutschland wissen jedoch viele Arbeitnehmende gar nicht, dass sie einen Rechtsanspruch auf eine Betriebsrente haben. Gerade Mitarbeitende von kleineren Unternehmen verzichten oft auf eine betriebliche Vorsorge, weil sie sich kaum mit dem Angebot befasst haben. Dabei lohnt es sich, hier aktiv zu werden. Zum einen, weil das Kapital aus dem Bruttoeinkommen angespart wird. Ein Teil des Bruttogehalts fließt also direkt in eine betriebliche Altersvorsorge. Wer in eine Direktversicherung einzahlt, spart Steuern und Sozialabgaben, weil sich das zu versteuernde Einkommen verringert. Zudem gilt: Soweit die Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds sozialabgabenfrei ist, ist der Arbeitgeber zu einem Zuschuss in Höhe von bis zu 15 Prozent des umgewandelten Entgelts verpflichtet. Das gilt bis zu einem Umwandlungsbetrag in Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze.

Zusätzlich lohnt es sich auch, über die verschiedenen Formen der privaten Vorsorge mit einem Vermittler oder einer Vermittlerin zu sprechen. Insbesondere Eltern minderjähriger Kinder können von staatlichen Zulagen bei der Riesterrente profitieren. Wer Geld geerbt hat, sollte überlegen, zumindest einen Teil in einer privaten Altersvorsorge anzulegen, um später von Steuervorteilen profitieren zu können. 

Frühzeitige Planung zahlt sich aus

Wer damit rechnet, im Lauf der nächsten Jahre eine größere Summe zu erben, sollte auch hier das Gespräch suchen. Zum einen, weil potenzielle Erblasser:innen das Geld auch anders verplant haben könnten – etwa für die eigene Pflegeabsicherung. Zum anderen, weil beim Thema Vermögensübertragung mit der richtigen Planung weniger Geld verschenkt wird. 

Doch Vorsorge umfasst nicht nur das Einkommen im Rentenalter, sondern auch die passende Absicherung. Dazu zählt die Überprüfung der eigenen Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Denn wer Mitte 40 schon das eine oder andere Karriereziel erreicht hat, verdient meist mehr als zu Berufsbeginn. Hier sollte man abklären, ob eine Erhöhung der eigenen BU-Rente angebracht ist. Im Ernstfall muss das Geld nämlich noch gut zwei Jahrzehnte reichen – ohne die Rücklagen für die Absicherung im Alter aufzubrauchen.

Zwei Jahrzehnte bieten viele Möglichkeiten, Geld anzusparen und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Wichtig ist es, weiterzumachen oder überhaupt erst anzufangen. Am besten gleich heute.

Text Julia Göbel-Wild
Illustration Jans Stein

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