22.05.2024

»Schade, dass der Para-Sport so wenig Beachtung findet«

Para-Leichtathletin Friederike Brose fiebert
der Atmosphäre im Stade de France entgegen. Bei den Paralympics in Paris werden ihr deutlich
mehr Menschen zujubeln als bei den üblichen Para-Wettkämpfen. Diese Vorstellung beflügelt sie enorm.

Die Allianz und ihre Agenturen fördern Sportveranstaltungen auf allen Ebenen – vom örtlichen Jugendturnier bis zum Spitzensport. Denn Gesundheit, Inklusion und Teamgeist liegen einem Versicherer am Herzen. Seit 2021 ist die Allianz auch weltweiter Partner der olympischen und paralympischen Bewegungen. Das Engagement ist auf acht Jahre ausgelegt und baut auf der seit 2006 bestehenden Zusammenarbeit mit der paralympischen Bewegung auf.

Jahrgang: 2007

Wohnort: Spremberg

Beruf: Schülerin,
11. Klasse          

Disziplin: Weitsprung,
100 Meter     

Heimatverein: BPRSV Cottbus

Größte Erfolge: WM-Teilnahme, 4. Platz Weitsprung

»Vor etwa viereinhalb Jahren bin ich auf eine Sportschule gewechselt – und seither träume ich von den Paralympischen Spielen. Um ehrlich zu sein, hatte ich vorher nicht viel Erfahrung mit organisiertem Sport. Ich war zwar sportlich, aber nie in einem Verein. Ursprünglich wollte ich auch nur auf eine Sportschule, ganz ohne Ambitionen. Ich habe den Aufnahmetest gemacht, und bei der Besichtigung erfuhr meine Mutter, dass es in meiner Klasse auch Para-Sportler:innen gab. Das war ein echter Glücksfall. 

Die Schule bietet verschiedene Para-Sportarten an. Ich habe mich direkt für die Leichtathletik entschieden. Die Vielseitigkeit vom Kugelstoßen bis zum Weitsprung hat mich sofort begeistert – besonders der Sprint hat es mir angetan. Ich habe eine Lähmung auf der rechten Seite, die sich als Spastik in Arm und Bein äußert. Das beeinträchtigt meine Feinmotorik und meine Kraft. Aber ich habe gelernt, damit zu leben – und sogar Leistungssport zu machen. In meiner Trainingsgruppe werde ich toll unterstützt. Wir motivieren uns immer gegenseitig. 

Das Programm ist schon sehr anstrengend: Wir haben die gleiche Anzahl an Unterrichtsstunden wie alle anderen Schüler:innen. Allerdings endet unsere Schulzeit erst um 16:00 Uhr, da wir zwischendurch trainieren. Natürlich muss ich auch Tests und Hausarbeiten schreiben, aber es wird darauf geachtet, dass wir uns auch auf den Sport konzentrieren können. Das heißt, mein Alltag ist geprägt von Schule, Sport und einem straffen Zeitplan, aber die Leidenschaft für meinen Sport macht es mir leichter.

Trotz aller Herausforderungen und möglichen Enttäuschungen bin ich sehr dankbar für die Reise, die mir der Para-Sport bisher ermöglicht hat. Ob ich nun bei den Spielen dabei sein werde, hängt davon ab, ob ich die Norm in diesem Jahr erreichen kann. Aber es wäre traumhaft, auch mal vor großer Kulisse anzutreten.

Ich finde es sehr schade, dass der Para-Sport in der Öffentlichkeit ansonsten so wenig Beachtung findet, schließlich leisten wir das Gleiche wie alle anderen Sportler:innen auch. Bei den Nicht-Para-Wettbewerben sind immer so viele Zuschauer:innen – das ist unglaublich und pusht die Athlet:innen natürlich ungemein. Bei meinen Wettkämpfen sind meine Eltern anwesend und vielleicht 20 Zuschauer:innen. Die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr, bei der ich Vierte geworden bin, war deshalb für mich eine ganz neue Erfahrung. Ich hatte noch nie so viel Publikum gesehen: Das Stadion war zur Hälfte gefüllt. Das hat mich enorm beflügelt. Allein deshalb freue ich mich schon auf die Atmosphäre in Paris.«

Protokoll Maria Dünninger
Fotos Kerstin Müller

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